Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Philosophie in Gedichten und Sonetten

Der Freilassinger Dichter Alfred Fürst ist seit 23 Jahren literarisch tätig

FREILASSING (st) - Am frühen Morgen, wenn die meisten Freilassinger noch schlafen, sitzt Alfred Fürst in seiner Wohnung an der Hochkönigstraße oft schon an seinem Schreibtisch, bringt Gedanken zu Papier, verwirft manches wieder, faßt anderes in Reime. Der 46 jährige zählt zu den selten gewordenen Poeten, die sich an Vorbildern wie Goethe und Schiller orientieren und sich --wie jene - auf die Suche nach der absoluten Wahrheit begeben haben. Ein Teil seines umfangreichen Gesamtwerkes ist in dem Büchlein "Gedichte und Sonette" veröffentlicht worden. Es ist in Bibliotheken in 15 Ländern der Welt zu finden. Dennoch kennt kaum jemand das Werk des Freilassingers. Gedichte sind aus der Mode gekommen, zumal dann, wenn es dabei auch noch eine tiefergehende Aussage zu entschlüsseln gilt.

"Wozu leben wir? Was ist richtig? Wessen Handeln ist richtig? Wessen Herrschaft ist rechtmäßig? Wer soll herrschen und wer besitzen?" Mit solchen Fragen beschäftigt sich der "Dichter Fürst" in seinem literarischen Werk, in dem er dem Sinn des Lebens allgemein und demjenigen geschichtlicher Entwicklung im besonderen nachgeht.

Nahezu 3000 DIN-A-4-Seiten Manuskripte lagern bei ihm zu Hause, darunter auch ein Roman und ein Traktat. Nur ein geringer Teil davon ist bisher veröffentlicht. Ein Dichter hat es heutzutage schwer, einen Verleger zu finden, der das Risiko eingehen will, einen Band herauszubringen, der vielleicht in den Regalen der Buchhändler verstaubt. So ist der Dichter nun auch zu seinem eigenen Verleger geworden. Ein Gewerbe hat er angemeldet, um seine in Verse gefaßten Gedanken an den Mann oder die Frau zu bringen. Daß man dabei nicht reich werden kann, weiß er selbst, doch ihm kommt es auch mehr darauf an, sein Werk der Nachwelt zu erhalten: "Es könnte einmal wichtig werden", hofft er.

"Ich bin ein Wahrheitssuchender und ein Wahrheitsheitsfreund", urteilt der gebürtige Freilassinger über sich selbst. So versucht er in seinen Gedichten, sich der "absoluten Wahrheit" zu nähern, nicht tendenziös und ohne einer bestimmten Ideologie anzuhängen. Dabei muten seine Reime oft seltsam unrhythmisch an. Unwillkürlich stolpert man beim Lesen über einzelnen Textpassagen und hält kurz inne - Zeit zum Nachdenken.

Seit 1973 literarisch tätig

Der frühere technische Angestellte ist seit 1973 literarisch tätig. Theologie, Philosophie, Geschichte und Psychologie sind hauptsächlich die Themen, mit denen er sich beim Schreiben auseinandersetzt. 1984 erschien sein erstes und bislang einziges in gedruckter Form vorliegendes Buch "Gedichte und Sonette". "Philosophie und Poesie in gegenständlicher Form" nennt er seine Art zu dichten. Der circa 130 Seiten starke Band ist zur Zeit in vielen Ländern der Welt verbreitet, unter anderem in Indien und der Volksrepublik China. Die Studenten an vier deutschsprachigen Universitäten können sich das Büchlein ausleihen. Auch ein Video von einer Dichterlesung kann er Interessenten zur Verfügung stellen.

Die Leiden eines Dichters schilderte Alfred Fürst in einem seiner Sonette, das nachstehend als Beispiel für seine Dichtkunst stehen mag:


Die Dichter

Zum Begehren edler Werte
gehört das Dichten wohl dazu
Nur zu kämpfen mit dem Schwerte
tötet Geistiges im Nu

Gebt den Dichtern ihre Mahlzeit,
damit sie schreiben ohne Unterlass
und wir hören können,
was sie meinen zu den Welten

In der Folge von Geschlechtern
sind diese selten anzutreffen
wie eine Perle in der Muschel

Unter Hass und Angst vor Wahrheit
müssen Dichter oftmals leiden
Nur selten erlangen sie Seligkeit

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